Salzburger HirtenAdvent 2020: Hintergründe

Gedanken von Josef Radauer zum Stück

In diesem Titel schwingt etwas Feierliches, etwas Außergewöhnliches mit. Es bedeutet, dass nicht einfach etwas geschehen ist, sondern etwas Bedeutungsvolles, etwas mit Auswirkungen für lange Zeit, etwas, das eine Epoche geprägt hat oder immer noch zu prägen vermag.

So gibt es für die Tradition der Adventsingen in Salzburg einige scheinbar zufällige „Begebenheiten“, die – im Nachhinein betrachtet – auf diese Weise umschrieben werden können:

Etwa, dass der „Gründer“ Tobi Reiser auf Karl Heinrich Waggerl traf, dass Sängerpersönlichkeiten wie Landa Ruprecht, Christl Klappacher, die Riederinger oder die Walchschmied Sänger für das Adventsingen gewonnen werden konnten oder dass Tobias Reiser im entscheidenden Augenblick die Bekanntschaft mit Siegwulf Turek machte ... diese Gedanken an glückliche „Zufälle“ ließe sich in vielfacher Weise fortführen.

Für mich, der ich seit 1969 an dieser wunderbaren Tradition teilhaben darf, war und ist die Begegnung mit Wilhelm Keller und die Tatsache, dass er für die Adventsingen unvergessliche Kompositionen schuf, von unschätzbarem Wert. Seine längst zu Adventklassikern gewordenen Kantaten unter Einbeziehung von alten Volksliedern sind stilprägend und auch heute noch unverzichtbar für den Salzburger HirtenAdvent.

Und es ist nicht nur seine besondere Klangsprache, mit der er eine einzigartige, zwischen Kunst- und Volksmusik vermittelnde Atmosphäre schaffte, sondern auch die Gedankenwelt, die er damit in die Welt der alpenländischen Volksmusik einbrachte und die Gestaltungsideen von Tobi und Tobias Reiser damit befruchtete. Seine Musikalität, die Liebe zur Volksmusik und sein Bibelwissen machten ihn zu einem „Glücksfall“ für die Salzburger „Adventlandschaft“ und weit darüber hinaus.

Ich freue mich, dass es diesen wunderbaren „Wilhelm Keller“ gegeben hat … und dass es sich „begab“, dass ich ein Stück des Weges mit ihm gehen durfte …