Eine Harfe kehrt zurück ...

12.05.21

Ein wahrlich besonderes Instrument wird zukünftig im Radauer Ensemble erklingen. Es ist die Harfe von Maria Müller-Willroider.

Maria Müller-Willroider hat an der Seite Tobi Reisers über 30 Jahre die Geschichte und Entwicklung des Reiser Ensembles entscheidend mitgeprägt. Die Mozarteum-Absolventin bekam diese Harfe von ihrer amerikanischen Studienkollegin und Freundin Anne Bagley (aus Greenwich/Connecticut/USA) geschenkt, die mit Maria Müller-Willroider zu Beginn der 1950er Jahre Harfen-Sommerkurse am Mozarteum besuchte.Diese wurden von der berühmten Harfenistin Artiss de Volt (1907–2000) auf Einladung von Bernhard Paumgartner (1887–1971) gehalten.

Es handelt sich um eine Konzertharfe aus der weltweit bekannten und heute noch immer berühmten Meisterwerkstatt von Lyon&Healey (Chicago), und zwar um eine im Jahr 1914 gebaute Harfe des Styles 20 mit der Produktionsnummer 1386, ausgestattet mit einer Decke aus kanadischer Sitka-Fichte.

Maria Müller-Willroider hielt in ihrem Musiktagebuch, das sie als Reiser-Harfenistin von 1948 bis 1992 führte, am 26. September 1959 fest: „Dieser Tag war einer der entscheidendsten in meinem Leben. Ich bekam von Anne Bagley eine Konzertharfe als Geschenk! Niemand kann sich meine Freude darüber vorstellen. Ich habe nun ein eigenes Instrument. Kaum zu fassen! Die Harfe ist ein fantastisches Instrument sowohl im Klang als auch im Aussehen. Ich bin überglücklich.“

In den 1960er und 1970er Jahren hat die erste Reiser-Harfenistin damit einige Aufnahmen für Schallplatten und den Rundfunk gespielt. Nach einer umfassenden Renovierung hat diese Harfe nun Karl Müller – der Sohn von Maria Müller-Willroider, Literaturwissenschaftler an der Universität Salzburg, Autor, „Konzertmeister“ der Flachgauer Musikanten und Präsident des Salzburger Musikvereins – dem Radauer-Ensemble und seiner „neuen“ Harfenistin Waltraud Stögner zur Verfügung gestellt, damit sie in bester Reiser-Tradition nach nunmehr fast 50 Jahren wieder erklingen kann.